Stolz auf Traditionen

Stolz auf Traditionen

In Twente haben Traditionen einen hohen Stellenwert. Die Tukkers (so nennt man in den Niederlanden die Einwohner von Twente) halten an ihren Traditionen fest. Glücklicherweise tun sie das, denn im Rahmen der Traditionen, die ihren Ursprung in der Religion und im Bauernleben haben, finden tolle Veranstaltungen statt. Nicht nur an den landesweit bekannten Feiertagen, sondern auch darüber hinaus gibt es vieles zu entdecken. An vielen Traditionen können Sie auch als Besucher und Zuschauer teilnehmen!

Ostern

So eine Tradition ist zum Beispiel das Anzünden des Osterfeuers. Twente ist für seine Vielzahl an Osterfeuern bekannt. Am 1. und 2. Ostertag, kurz nach dem Sonnenuntergang, sieht man in vielen Dörfern in Twente ein Feuer brennen. Ursprünglich diente das Feuer dazu, um böse Geister zu vertreiben. Mittlerweile ist das Entzünden von Dutzend Meter hohen Bergen aus Holz eine gesellige Veranstaltung für das ganze Dorf. Aber auch Menschen von außerhalb sind herzlich willkommen!

Sehen Sie im Veranstaltungskalender nach, um zu erfahren, wo Sie rund um Ostern die schönsten Osterfeuer und Veranstaltungen finden!

Blasen des „Midwinterhoorn“

Eine mindestens ebenso eindrucksvolle Tradition ist die des Midwinterhoorn-Blasens. Zwischen Advent und dem Dreikönigstag erklingen die wehmütigen Töne des Midwinterhoorns in Twente. Früher wurden sie vor allem genutzt, um in den dunklen Tagen rund um das Weihnachtsfest Geister zu verjagen, später jedoch auch um die Geburt von Jesus Christus anzukündigen. Außerhalb dieser Wochen hatte das Horn auch die Funktion eines Alarmhorns. Es ist bekannt, dass die katholischen Bauern im 18. Jahrhundert ihre Nachbarn gewarnt haben, wenn der protestantische Gerichtsvollzieher unterwegs war, um nicht erlaubte katholische Messen aufzulösen.

Alle vorweihnachtlichen Veranstaltungen in Twente finden Sie im Veranstaltungskalender!

Besser ein guter Nachbar, als ein Freund in der Ferne

Nachbarschaft, auch Nachbarschaftshilfe genannt, war im ländlichen Twente früher unentbehrlich, denn gute öffentliche Einrichtungen gab es noch nicht. Man hat sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite gestanden, von der Wiege bis ans Grab. Noch heute helfen sich Nachbarn gegenseitig bei Hochzeiten, Begräbnissen und beim Erbauen des Osterfeuers. Über die Nachbarschaftshilfe muss nicht lange nachgedacht werden. Es wird beispielsweise erwartet, dass die neuen Bewohner eines Bauernhofs die Nachbarn zu einem Begrüßungsgetränk einladen. Aber wer genau zählt dann zu den Nachbarn? Ganz einfach: die Bewohner von allen Häusern, die man vom eigenen Hof aus sehen kann.

Gehöre ich dazu?

Mensink, Annink, Wilmink…wenn sich ein echter Twentenar vorstellt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sein Name auf einem „-ink“ endet. Die Endsilbe „ink“ bedeutet „zugehörig“ oder „Sohn von“. Durch den Mangel an Adressen hatte früher jeder Bauernhof in Twente einen eigenen Namen. Oft war es der Name des ersten Bewohners. So ein Name blieb jahrhundertelang mit dem Hof verbunden. Die Mehrheit der Twenter Nachnamen ist von diesen Bezeichnungen der Höfe abgeleitet. Höchstwahrscheinlich spielten die Ahnen von Herrn Mensink vor hunderten von Jahren auf dem Hof Mensink Verstecken.